Risikominimierung: Hand- und Handschuhhygiene(Stand: 26.04.2020)

Den Händen werden in der Übertragung von Infektionskrankheiten einen großen Stellenwert zugeschrieben, deshalb ist eine gründliche Händehygiene im Arbeitsalltag als “verinnerlichtes Ritual” so wichtig.Nicht nur zum Schutz der Patienten, sondern auch zum Eigenschutz und nicht zuletzt der eigenen Angehörigen.
Nutzt doch im stressigen Arbeitsalltag in all dem Trubel dem wir in der nächsten Zeit ausgesetzt sind die 30 Sekunden der Händedesinfektion, um in euch zu gehen. Als Mini-Meditation sozusagen.

Händewaschung

Dient dem Entfernen von Schmutz und Verunreinigungen sowie von Krankheitserregern welche durch Desinfektion nicht bekämpft werden können. Die Hülle von SARS-CoV-2 (COVID19) kann durch das Waschen der Hände mit Seife zerstört werden. Zudem nach jedem Toilettengang sowie vor der Einnahme von Mahlzeiten. Das Waschen der Hände sollte mindestens 20-30 Sekunden andauern.

Händedesinfektion

Mit was?

Desinfektionsmittel muss mindestens „begrenzt viruzid“ sein, wirksam gegen behüllte Viren.

Wann?

  • Vor Patientenkontakt
  • Vor einer aseptischen Tätigkeit
  • Nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material
  • Nach Patientenkontakt / verlassen des Isolationsbereiches
  • Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung
  • Zu Dienstbeginn und Dienstende
  • Nach dem Ablegen von Einmalhandschuhen

Wie?

Ausgangslage sind trockene und saubere Hände
Ausreichend große Menge Desinfektionsmittel in Hohlhand geben. (Mindestens 2 Pumpstöße bzw. ca. 3-5 ml, Hände müssen während der gesamten Desinfektion vollständig feucht gehalten werden)

  • Desinfektionsmittel in beiden Händen bis zum Handgelenk verteilen. (5 sec)
  • Handflächen ineinander reiben. (5 sec)
  • Handoberseite mit der jeweils anderen Hand einreiben, gespreizte Finger (5 sec)
  • Hände ineinander verhaken (Außenseite der Finger in gegenüberliegende Handfläche) (5 sec)
  • Fingerspitzen in der Handfläche der jeweils anderen Hand reiben (5 sec)
  • Daumen umschließen und reiben (5sec)

Die Einwirkzeit sollte 30 Sekunden nicht unterschreiten, ist jedoch von den Empfehlungen des Herstellers abhängig. Bei gehäuftem Waschen der Hände/ gehäufter Händedesinfektion ist auf ausreichend Hautpflege zu achten. Da sonst das austrocknen der Haut provoziert wird und rissige Haut/offenen Wunden Eintrittspforten für Keime bilden.
Schmuck muss vor Dienstbeginn abgelegt werden, die Nägel sollten kurz gehalten und auf Lackierung verzichtet werden.

Zusätzlich: Leere Desinfektionsmittelbehälter werden wegen des zunehmenden Mangels in vielen Gesundheitseinrichtungen bereits zur Wiederaufbereitung und Befüllung gesammelt. 

Quellen:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Haendehyg_Rili.pdf?__blob=publicationFile
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Ergaenzende_Informationen/Muster_Infektionspraevention.pdf?__blob=publicationFile

Die Handschuhdesinfektion

Grundsätzlich wird empfohlen, zwischen einzelnen Arbeitsschritten die Hände zu desinfizieren. Wenn die Hände behandschuht sind, so sollte hierbei ein Handschuhwechsel stattfinden. Nach dem Ablegen von Einmalhandschuhen muss grundsätzliche eine Händedesinfektion stattfinden und darauffolgend können neue Einmalhandschuhe erst nach vollständiger Trocknung der Hände angezogen werden. Dies ist ein zeitraubender Prozess. Deshalb kann es in einzelnen Fällen sinnvoll sein, auch die Handschuhe selbst zu desinfizieren, wenn anderweitig der Arbeitsablauf zu sehr gestört wäre. Zum Beispiel, wenn sonst ein häufiger Handschuhwechsel in kurzer Zeit notwendig wäre.

Wichtig hierbei ist:

Grundsätzlich müssen Handschuhe eine Chemikalienbeständigkeit nach EN 374 aufweisen. Ob eine Desinfektion vorgesehen ist, sollte man im Zweifel der Produktinformation des Herstellers entnehmen. Das RKI empfiehlt jedoch eine maximale Tragedauer bei Handschuhen von insgesamt 30 Minuten und maximal 5 Desinfektionen je Handschuh.  

Es darf keine sichtbare Perforation, Kontamination mit Blut Sekreten oder Exkreten stattgefunden haben. Auch nach Patientenwaschung ist eine Handschuhdesinfektion nicht zu empfehlen (Mikroperforationen begünstigen durch Flüssigkeitseintritt ein keimfreundliches Klimas im Inneren des Handschuhs)

Quellen:

Aktion saubere Hände:

https://www.aktion-sauberehaende.de/fileadmin/ash/downloads/pdf/ergebnisse/Positionspapier_Handschuh_Desinfektion_Stand_06.07.2015.pdf

Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe 250:

http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z

RKI/ KRIKO: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Haendehyg_Rili.pdf?__blob=publicationFile

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